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Randzonendoublierung, Randansetzung  „Anrändern“
Maßnahme, bei der an die schmalen oder fragilen Ränder eines Gemäldes Gewebestreifen „Spannstreifen“ angenäht oder angeklebt werden, um das neuerliche Aufspannen zu ermöglichen.

Reinigung
Der Begriff Reinigung hat drei Bedeutungen. Verstanden wird darunter eine Abnahme

  • des Oberflächenschmutzes
  • des Firnisses ( Firnisabnahme ) oder Reduzierung eines gealterten Firnis.
  • der Retuschen und Übermalungen ( Retuschen  oder Übermalungsabnahme) oder Reduzierung von Retuschen und Übermalungen.

Wir wissen aus der Vergangenheit der Restaurierungsliteratur nicht, womit Gemälde gereinigt wurden. Notizen und Aufzeichnungen existieren kaum - wenn dann nur in den Museen .Meist wurden  die Gemälde alle 50 Jahre restauriert und gereinigt und oft mit zu aggressiven, scharfen, dem damaligen Wissenstand der Jahrhunderte entsprechenden Lösemittel oder Reinigungsmitteln gereinigt. Meist wurden bei den Reinigungen dann die Bildschichten verputzt und  die Malschichten irreparabel beschädigt. Dies führte oft zu Malschicht oder Substanzverlust. Anschließend wurde dann meist großflächig übermalt oder kaschiert oder sogar Bildkompositionen verändert. Die Alt - Retuschen sind immer über das eigentliche Schadensbild hinausgemalt worden nur ganz selten ist dies nicht der Fall. Die anschließend neu gefirnissten Bilder wurden auf diese Weise verändert, sind gealtert, mehrmals restauriert und repariert in unsere Zeit gelangt, mit all seinen Veränderungen. Siehe zu Reparaturen auch Erklärung im Glossar „Übermalung„.Nicht sachgemäße Reinigungsmittel der vergangenen Jahrhunderte  waren zum Beispiel: Zwiebeln  oder  Wasser; Seife oder Pottaschen, Laugen sogar Säuren, Terpentin, Terpentinersatz, nicht abgestimmte Lösungsmittel bei der Reinigung etc.
Kritische Reflexion  zur Bildpflege  in der Öffentlichkeit
Mit dem Begriff Reinigung  wird leider in der Öffentlichkeit nicht fachgerecht umgegangen weil das Verständnis fehlt: „Das Bild bedarf nur einer Reinigung damit es wieder schön wird, gehen sie zu einem guten Restaurator". Dies ist die oft getroffene Aussage von Experten aus dem Handel. Doch ist sie sehr subjektiv und oberflächlich. Für das so komplexe Gebiet der Reinigung an Bildern. Hier ist dringender Aufklärungsbedarf  notwendig! All zu oft werden die Bilder vom Laien gereinigt oder gesäubert und kommen mit Schäden an der Bildschicht zum Restaurator.

Rekonstruktion verlorener Formen
Befinden sich auf dem Objekt großformatiger Fehlstellen und muss ergänzt werden, damit die Fehlstellen wieder der verlorengegangen Form oder Bildkomposition entsprechen muss rekonstruiert werden.
Dazu bedient sich der Restaurator Vorlagen die dem Gemälde entsprechen z.B. Kopien, Druckgraphiken, Reproduktionen oder Fotos. Sind keine Vorlagen vorhanden und soll auf Wunsch des Auftraggeber die Fehlstelle mit einer Normal - oder Totalretusche  geschlossen und somit ergänzt werden, ist der Restaurator auf sein eigenes künstlerisches Können angewiesen oder ein geeigneter Künstler wird beauftragt der die Retusche vornimmt.

Renovierung
zielt am ehesten ab auf ein „Wieder neu machen“ im Sinne einer Erneuerung des Erscheinungsbildes. Fragen der Substanzschonung spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle. Als restauratorische Maßnahme am Kulturgut kommt eine Renovierung daher nicht oder nur in begründeten Ausnahmefällen in Betracht. (Buch; Restaurieren heißt nicht wieder neu machen. S. 40 - 41)

Restaurator
Sind alle Personen, deren Hauptaufgabe in der Restaurierung und Konservierung von Kulturgut besteht. Der Restaurator übernimmt die Verantwortung für die Untersuchung, die Konservierung und die Restaurierungsarbeiten an dem Kulturgut sowie der Dokumentation. Der Restaurator/in  verhält sich nach dem Grundlagentext der Charta Venedig und den Berufsrichtlinien sowie dem Ehrenkodex E.C.C.O. 

Restaurierung
Hat das Ziel, unter größtmöglichem Erhalt, überlieferte Substanz ,die durch Schäden, Alterung oder andere Ursachen in ihrer Lesbarkeit beeinträchtigte aussagen von Kulturgut wieder erfahrbar zumachen. Hierzu können auch Ergänzungen bzw. die Entfernung entstellender Veränderungen zählen. Zu respektieren sind die charakteristischen Spuren von Gebrauch und Alter. (Buch: Restaurieren heißt nicht, wieder neu machen. S. 40 - 41)
Die Restaurierung besteht in einem unmittelbaren Tätig werden an beschädigten oder verfallenen Kulturgütern mit dem Ziel, eine bessere Lesbarkeit herzustellen, wobei ihre ästhetische und materielle Unversehrtheit soweit als möglich zu wahren ist. E.C.C.O. Berufsrichtlinien des Restaurators. Stand 1993.
Maßnahmen, die das in seiner Erscheinung beeinträchtige Objekt seinem ursprünglichen Zustand annähern und in seiner Aussage wieder wahrnehmbar machen, z .B. Reinigung; Ergänzung; Retusche; etc.(Buch: Restaurierte  Gemälde, Kunsthistorisches Museum Wien. S. 206)
Die Restaurierung hat das Ziel, die durch Schäden, Alterung oder andere Ursachen beeinträchtigte Aussage von Kulturgut wieder erfahrbar zu machen. Flyer.  Verband der Restauratoren. V D R in Deutschland.
Bei der Restaurierung wird berücksichtigt, dass der Alterungsprozess des Bildes selbst letztlich von niemandem aufgehalten werden kann. So sollten die verwendeten Materialien soweit als möglich reversibel sein und gegebenenfalls schneller altern, um die Substanz zu sichern und sich auf das Schadensbild beschränken. Schwachstellen, die dadurch kalkulierbar werden und durch die Dokumentation nachvollziehbar sind.( Prof . Hubert Dietrich, Wien.

Retusche
Die Retusche ist die letzte restauratorische Maßnahme vor dem eventuellen Abschlussfirnis. Farbliche und strukturelle Ergänzung verschiedener Arten von Fehlstellen. Retuschieren nennt man beim Restaurieren das farbliche Eintönen von Fehlstellen.

Reversibel
Umkehrbar rückgängig zu machen.

Zur Reversibilität der Retusche
Eine Retusche sollte immer mit geeigneten Lösungsmittel entfernbar bleiben, damit die originale Malschicht bei einer eventuellen notwendigen Abnahme des Bildes nicht unnötig durch aufwendige restauratorische Eingriffe belastet oder gefährdet wird.

Rissverklebung
Gezieltes  Zusammenfügen durchtrennter Fäden eines textilen Bildträgers mit dem Ziel, unter minimaler Einbringung von Klebstoffen den originalen Spannungsverlauf im Gewebe wiederherzustellen. 

Rückseitenschutz
Ganzflächige Abdeckung der Rückseite eines Gemäldes mit geeigneten Materialien, wie säurefreiem Karton, Papier, Gewebe, etc. zum Schutz vor substanzgefährdenden Einflüssen, wie z.B. Klimaschwankung, Verschmutzung  oder mechanische Beschädigungen. Bei einem textilen Träger. Der Rückseitenschutz „Hinterspannung„ dient als Stütze und gleichzeitig als Rückseitenschutz. Außerdem können durch das entstehende Luftpolster zwischen Bildträger und Rückseitenschutz auch schädliche Vibrationen während des Transports vermindert werden.

Runzelbildung
Volumenschwund der oberen und Schrumpfung der unteren Farbschicht beim Trocknungsprozess führen zur Runzelung an der Oberfläche. Häufige Ursache ist ein zu hoher Bindemittelanteil. Aber auch Alt Restaurierungen oder unsachgemäße Restaurierungen mit anderen verwendeten Materialien können dies herbeiführen. Im schlimmsten Fall sind die Folgen Abplatzungen und der Verlust originaler Substanz. 

Präampel
Fachbegriffe
Material